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"...er kann sich mit den Besten seines Fachs vergleichen."
Homero Francesch überzeugt mit " Iberia" von Albéniz in München Wenn man böse wäre, könnte man sagen: Homero Francesch konnte bei seinem Klavierabend im Münchner Herkulesaal schon deshalb keine Zugabe geben, weil er den ganzen Abend über nur Zugaben gespielt hat. Tatsächlich sind die hispanistisch eingefärbten Klavierstücke der Katalanen Issac Albéniz und Enrique Granados in dem Jahrhundert seit ihrer Entstehung nur ganz selten in die regulären, vom Kanon diktierten Programme der Klavierheroen aufgenommen oder gar zyklisch geschlossen aufgeführt worden, doch die wirkungsvollsten unter ihnen habne als Zugaben überlebt; sie wurden als exotisch parfürmierte Desserts, als Tapas missverstanden und als Häppchen nach dem Schlussbeifall missbraucht. Es ist also fast eine kleine Sensation, dass sich ein Pianist mit Albéniz und nichts als Albéniz nach München in den nur noch selten ausverkauften Herkulessaal gewagt hat. Homero Francesch, der vom Mythos des Jungstars schon lange nicht mehr zehren kann, hat sich für München den fraglos bedeutendsten, aber in seiner Komplexität auch sperrigsten Klavierzyklus von Albéniz ausgesucht, die zwölfteilige " Suite Iberia", die als seines der letzten Werke zwischen 1905 und 1908 in Frankreich entstanden ist und darum, wie die gleichzeitig in Paris geschaffenen Werke von Picasso, dem anderen Katalanen, das Anrecht haben, als etwas Eigenes, Unverwechselbares gewürdigt und nicht nur als regionale Salon-Spielereien weitab von den europäischen Avantgarde-Bemühungen missverstanden und abqualifiziert zu werden. Transparente Klänge Homero Francesch, der mit den Errungenschaften des französischen Impressionismus bestens vertraut ist, hat die zwölf Charakterstücke geradezu röntgenologisch wirksam durchleutet und dabei eine Form der koloristischen modernität hör-und sichtbar gemacht, die über das wohlfeil Folkloristische des iberischen Genres weit hinausreicht. Allerdings hat auch er die kleinen dramaturgischen Schwächen, die sich aus der Abfolge der Stücke ergeben, nicht ganz ausgleichen können. Die beiden letzten Tonbilder sind sich die Änlichkeit der Methode überdeutlich abzeichnet; so meisterlich der Klaviersatz auch differenziert ist, ein gewisser Wiederholungseffekt bringt die kraftvollen Schlusstücke um ihre kalkulierte Wirkung und dämpft so den fälligen Triumph. Am Interpreten kann es diesmal eigentlich nicht gelegen haben: Francesch bewältigte die aberwitzigen Sprungstellen und das vertrackte In-und Übereinander der Hände mit größter Bravour und klanglicher Delikatesse. Im ersten Stück, "Evocación" träumt sich Albéniz mit musikalischen Mitteln aus dem französischen Exil in die Heimat zurück; im zweiten " El puerto" taucht er schon mitten hinein in das pralle iberische Leben. Francesch eröffnete den Bilderreigen mit empfindsam abwägenden Gesten, fast skrupelhaft; umso platischer ließ er die variierten klavieristischen Mitteln erstehen. Der gespenstische Fronleichnamsmarsch im dritten Stück "El Corpus in Sevilla" steigerte sich zu expressinistischer Größe und archaischer Fremdheit; die Tanzformen im bekanntesten Stück" Triana" zogen in kristallner Klarheit vorüber. Wie weit sich Francesch inzwischen vom kompakten Klavierstil der meisten Kollegen entfernt hat, war vor allem in den vitalen Passagen von "El Albaicín" zu hören: Da hätten die Melodien im Bass manchmal durchaus kräftiger rollen dürfen; doch wo andere Pianisten sich quasi monaural und in der einheitlichen Dynamik der Spätromantik zwischen den Extremen hin- und herbewegen, zergliedert, spaltet und staffelt Francesch die Klänge, er entdeckt verblüffend moderne Zwischentöne und Schattierungen, die das klavieristische Spätwerk von Albéniz weit ins 20. Jahrhundert hereinholen, ihm aber auch vielleicht etwas von seiner möglichen Direktwirkung im Konzertsaal nehmen. Gottfried Knapp Berliner Morgenpost vom 15. August 2002 Immer zuchtvoll überschäumend: Homero Francesch Bislang dachte man immer, der zündende Titel sei das Beste an Manuel de Fallas ,Nächte in spani-schen Gärten'. Ein Irrtum, wie jetzt Homero Francesch beim "joung.euro.classic"-Festival im Kon-zerthaus am Gendarmenmarkt mit dem falbelhaften Schleswig-Holstein Musikfestival Orchester unter der Leitung von Cristóbal Halffter nachwies. Er spielte seinen Klavierpart mit frenetischer Eleganz. Ihm gelang das Schwierigste: immerfort zuchtvoll überzuschäumen. Tastengeklirr im höchsten Dis-kant, zärtliche Nachdenklichkeit, Peitschenschläge des Rhythmus - all das bettete Francesch ohne jeden musikalischen Eigennutz in den Orchesterklang ein. De Fallas Stück ist schließlich kein Virtuo-senkonzert, sondern verlangt die unaufhörliche Besinnung aller Mitwirkenden auf einander. Das ex-zellente Orchester umschwärmte den Solisten mit Aufmerksamkeit. Gtl
"Wiesbadener Tagblatt" 29.7.2002: "Das Klavierspiel von Homero Francesch beeindruckte durch die sangliche Gestaltung der Melodie, durch Eleganz und Leichtigkeit. Eine ausgekostete, in sich ruhende Langsamkeit legte Francesch in die Soli von Mozarts erstem eigenständigen Klavierkonzert D-dur KV 175. Im Finale funkelten seine Triller herrlich auf dem von den London Mozart Players gelegten Klangteppich. Ein weicher, geichsam femininer Klang kennzeichnete auch die pianistische Deutung des A-dur-Konzertes KV 414, das reizend changierte und schwebte."
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